Ein Speicher macht Solarstrom zeitversetzt nutzbar, aber nicht verlustfrei. Wenn Sie die Balkonkraftwerk Speicher Verluste realistisch berechnen möchten, ist entscheidend, wie viel Energie nach Laden, Speichern und Entladen tatsächlich als Wechselstrom im Haushalt ankommt und was der Standbybetrieb zusätzlich verbraucht.
Für eine erste, ausdrücklich hypothetische Rechnung gilt: 1,0 kWh Ladeenergie bei 85 Prozent Gesamtwirkungsgrad ergeben 0,85 kWh nutzbaren Strom. Bei 0,35 Euro je kWh vermeiden Sie damit rechnerisch rund 0,30 Euro Netzbezug, bevor weitere Kosten berücksichtigt werden.
Der Wert von 85 Prozent ist keine pauschale Angabe für jedes Gerät. Die tatsächliche Effizienz hängt unter anderem von Leistung, Energieweg und Betriebszustand ab. Hier erfahren Sie, wie Sie Verluste sauber abgrenzen und eine realistische Eigenverbrauchsersparnis berechnen, ohne denselben Verlust zweimal abzuziehen.
Kernaussagen
- Ein Balkonkraftwerk-Speicher verursacht Lade-, Speicher- und Entladeverluste. Deshalb kommt nicht die gesamte zugeführte Solarenergie später als nutzbarer Strom im Haushalt an.
- Der Gesamtwirkungsgrad beschreibt das Verhältnis von nutzbarer Ausgangsenergie zu zugeführter Energie innerhalb einer definierten Systemgrenze. Die hier verwendeten 85 Prozent sind ein hypothetischer Modellwert.
- Standbyverbrauch ist ein zusätzlicher Energiebedarf, der nur separat berücksichtigt werden darf, wenn er nicht bereits in der verwendeten Energiebilanz enthalten ist.
- Für eine realistische Bewertung der Speicherverluste müssen der betrachtete Energieweg, die Messpunkte und die Betriebsbedingungen bekannt sein.
- Die Effizienz eines Balkonkraftwerk-Speichers hängt auch von Lade- und Entladeleistung sowie dem tatsächlichen Verbrauchsprofil ab und beeinflusst die Wirtschaftlichkeit.
- Vergleichen Sie Wirkungsgrade und Verluste nur unter vergleichbaren Messbedingungen und vermeiden Sie Doppelberechnungen.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Verluste entstehen bei einem Balkonkraftwerk-Speicher?
- Batterieverluste, Wechselrichterverluste und Standby unterscheiden
- Was bedeutet der Gesamtwirkungsgrad?
- DC- und AC-Energiewege korrekt abgrenzen
- Wie beeinflusst niedrige Entladeleistung die Effizienz?
- Rechenbeispiel: Aus 1 kWh Ladeenergie wird nutzbarer Strom
- So berücksichtigen Sie Standbyverbrauch im Jahr
- Speicherverluste und Wirtschaftlichkeit: Was zählt wirklich?
- Wie lassen sich Wirkungsgradangaben fair vergleichen?
- Messpunkte und typische Fehler
- Passende Wattano-Lösung
- Fazit
- Häufige Fragen
- Quellen
Welche Verluste entstehen bei einem Balkonkraftwerk-Speicher?
Wenn Solarstrom zunächst in einen Akku fließt, später wieder entnommen und im Haushalt verbraucht wird, geht bei den Umwandlungen ein Teil der Energie verloren. Hinzu kommt der Strombedarf der Elektronik. Diese Verluste sind normal und bedeuten nicht automatisch, dass der Speicher defekt ist.
Für die Rechnung sollten Sie drei Dinge auseinanderhalten: die Energie, die tatsächlich in den Speicher gelangt, die nutzbare Energie am Ausgang und den zusätzlichen Verbrauch im Bereitschaftsbetrieb.
Außerdem kann ein Teil der PV-Erzeugung direkt im Haushalt verbraucht werden. Dieser Strom durchläuft nicht zwingend den Speicher und hat deshalb einen anderen Energieweg.
Der Begriff „Verluste“ bezieht sich hier auf die Energiemenge, die nicht als nutzbare Energie am betrachteten Ausgang ankommt.
Überschüssiger Solarstrom, den Ihr Haushalt gerade nicht nutzt und der ins Netz fließt, ist dagegen nicht automatisch ein Speicherverlust.
Bei typischen Steckersolargeräten wird diese Einspeisung normalerweise nicht vergütet, aber sie bleibt erzeugte elektrische Energie.
Batterieverluste, Wechselrichterverluste und Standby unterscheiden
Bei der Ladung und Entladung entstehen Verluste im Akku. Je nach System kommen Umwandlungen zwischen Gleichstrom (DC) und Wechselstrom (AC) hinzu.
Elektronische Bauteile können dabei einen Teil der Energie als Wärme abgeben. Wie groß die einzelnen Anteile sind, lässt sich nicht für jedes System mit einem allgemeinen Prozentwert angeben.
Der Standbyverbrauch ist eine andere Kategorie: Er fällt an, solange das Gerät eingeschaltet oder betriebsbereit ist, auch wenn gerade keine nennenswerte Energie gespeichert oder abgegeben wird.
Er wird meist in Watt (W) angegeben. Watt beschreibt elektrische Leistung. Kilowattstunden (kWh) bezeichnen eine Energiemenge über eine Zeitspanne.
Für eine belastbare Betrachtung brauchen Sie daher sowohl einen Wirkungsgrad für den relevanten Lade- und Entladeweg als auch Informationen zum Verbrauch im Bereitschaftsbetrieb.
Prüfen Sie, ob ein angegebener Wirkungsgrad den Wechselrichter bereits einschließt. Sonst droht ein Doppelabzug.
Berücksichtigen Sie außerdem, dass geringe Ausgangsleistung und Teillast den realen Betrieb beeinflussen können.
Was bedeutet der Gesamtwirkungsgrad?
Der Gesamtwirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil einer eingesetzten Energiemenge nach einem festgelegten Prozess als nutzbare Energie zurückkommt.
Bei einem Speicher wird häufig der Weg vom Laden bis zur späteren Entladung betrachtet. Im Englischen heißt diese Kennzahl Round Trip Efficiency.
Vereinfacht lautet die Rechnung:
Formel: Gesamtwirkungsgrad eines Speichers
Gesamtwirkungsgrad = nutzbare abgegebene Energie ÷ zugeführte Ladeenergie × 100 %
Beispiel:
Zugeführte Energie: 1,0 kWh.
Nutzbare Ausgangsenergie: 0,85 kWh.
0,85 kWh ÷ 1,0 kWh × 100 = 85 %.
Beide Energiemengen müssen sich auf denselben definierten Speicherprozess beziehen. 85 % sind eine frei gewählte Modellannahme.
Wichtig ist die Systemgrenze. Ein Wert kann sich nur auf den Akku beziehen oder zusätzlich Leistungselektronik und Wechselrichter umfassen.
Er kann außerdem unter bestimmten Messbedingungen ermittelt worden sein.
Deshalb ist der Balkonkraftwerk Speicher Wirkungsgrad keine einzelne, für alle Produkte vergleichbare Zahl, solange Messpunkt, Leistung und Betriebsbedingungen nicht bekannt sind.
Die HTW Berlin untersucht Stromspeicher und veröffentlicht dazu unabhängige Forschungsarbeiten und Kennzahlen.
Solche Untersuchungen helfen bei der Einordnung, ersetzen aber nicht die Angaben zum konkreten Gerät. Die dort untersuchten größeren Heimspeicher sind außerdem nicht automatisch repräsentativ für jeden Balkonkraftwerk-Speicher.
DC- und AC-Energiewege korrekt abgrenzen
PV-Module liefern Gleichstrom. Viele Haushaltsgeräte nutzen Wechselstrom.
Je nach System wird die Energie daher schon vor dem Speicher, beim Laden, bei der Entladung oder erst am Ausgang umgewandelt.
Ein DC-gekoppelter Speicher kann einen anderen Umwandlungsweg haben als ein System, bei dem Solarstrom zunächst in Wechselstrom und später wieder in Gleichstrom umgewandelt wird.
Für Ihren Vergleich zählt der vollständige Weg, den die Energie in Ihrem konkreten Aufbau nimmt.
Fragen Sie daher, ob die Kennzahl vom DC-Eingang bis zum AC-Ausgang gilt oder ob sie nur einen Teil des Systems umfasst.
Ein Wirkungsgrad des Akkus allein sagt nicht zwingend aus, wie viel Energie später als Wechselstrom verfügbar ist.
Auch die direkte Nutzung ist abzugrenzen: Solarstrom, den ein Gerät während der Erzeugung unmittelbar verbraucht, muss nicht erst durch den Speicher.
Die Eigenverbrauchsquote beschreibt den Anteil der erzeugten PV-Energie, den der Haushalt selbst nutzt.
Der Autarkiegrad bezeichnet dagegen den Anteil des gesamten Haushaltsverbrauchs, den die eigene Anlage deckt.
Diese Kennzahlen sind nicht austauschbar.
Wie beeinflusst niedrige Entladeleistung die Effizienz?
Ein Speicher kann bei unterschiedlichen Leistungen verschieden effizient arbeiten.
Wird nur wenig Strom abgerufen, bleibt ein Teil des Grundverbrauchs der Elektronik bestehen.
Dieser Verbrauch fällt dann im Verhältnis zur abgegebenen Energie stärker ins Gewicht. Das ist besonders relevant, wenn nachts nur einzelne kleine Verbraucher versorgt werden.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht den Effekt:
Ein Gerät, das konstant 2 W benötigt, verbraucht in einer Stunde 2 Wh.
Werden im selben Zeitraum 20 Wh nutzbare Energie an den Haushalt abgegeben, entspricht der zusätzliche Grundverbrauch rechnerisch 10 % der abgegebenen Energiemenge.
Vorausgesetzt, die beiden Energiemengen werden am passenden Messpunkt erfasst und überschneiden sich nicht, müssten für diese beiden Anteile zusammen 22 Wh bereitgestellt werden.
Das Beispiel beschreibt eine Verhältnisrechnung und ist keine Aussage über ein bestimmtes Produkt.
Auch die Entladeleistung ist wichtig. Sie wird in Watt angegeben und beschreibt, wie viel Leistung zu einem Zeitpunkt bereitgestellt wird.
Sie sagt nicht aus, wie viel Energie der Speicher insgesamt enthält.
Eine Kapazität in kWh und eine Ausgangsleistung in W beantworten also unterschiedliche Fragen.
Für Ihren Alltag zählt, ob das System bei den typischen kleinen und größeren Lasten Ihres Haushalts effizient arbeitet.
Dazu sind Messdaten bei verschiedenen Lasten hilfreicher als ein einzelner Spitzenwert.
Rechenbeispiel: Aus 1 kWh Ladeenergie wird nutzbarer Strom
Nehmen wir für ein transparentes Beispiel 1,0 kWh Energie an, die in den betrachteten Speicherprozess eingeht.
Mit einem hypothetischen Gesamtwirkungsgrad von 85 Prozent ergibt sich:
So berechnen Sie den nutzbaren Strom
1,0 kWh × 0,85 = 0,85 kWh nutzbare AC-Energie.
Bei einem Strompreis von 0,35 Euro je kWh vermeiden diese 0,85 kWh rechnerisch Netzbezug im Wert von:
0,85 kWh × 0,35 Euro/kWh = 0,2975 Euro, also rund 0,30 Euro.
Die rechnerische Energiedifferenz beträgt:
1,0 kWh minus 0,85 kWh = 0,15 kWh.
Das entspricht im angenommenen Speicherprozess einem Energieverlust von 15 Prozent der zugeführten Energie.
Frei gewählte Modellwerte. Der angenommene Gesamtwirkungsgrad beschreibt den gesamten betrachteten Energieweg bis zur nutzbaren AC-Energie.
Das ist eine Modellrechnung, kein garantierter Ertrag.
Sie setzt voraus, dass die nutzbare Energie einen Verbrauch ersetzt, der andernfalls aus dem Netz gekommen wäre.
Nicht berücksichtigt sind zusätzliche Kosten, die nicht bereits in der angenommenen Systemeffizienz abgebildet sind, der Kaufpreis, Alterung, mögliche Begrenzungen der Ausgangsleistung und saisonale Unterschiede.
Falls der angegebene Gesamtwirkungsgrad bereits Lade- und Entladeverluste umfasst, multiplizieren Sie nicht zusätzlich einen Lade- und einen Entladewirkungsgrad darauf.
Das wäre ein Doppelabzug.
Der tatsächliche finanzielle Nutzen hängt außerdem davon ab, wann Ihr Haushalt Strom benötigt und wie viel PV-Energie andernfalls ins Netz fließen würde.
Berechnen Sie daher nicht jede erzeugte Kilowattstunde als Ersparnis.
So berücksichtigen Sie Standbyverbrauch im Jahr
Der jährliche Energieverbrauch im Standby lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen:
Verbrauch in kWh = Leistung in W × Betriebsstunden ÷ 1.000.
Bei einem hypothetischen konstanten Standbybedarf von 2 W über das ganze Jahr ergibt sich:
Beispiel: Jährlicher Standbyverbrauch
2 W × 24 Stunden × 365 Tage ÷ 1.000 = 17,52 kWh pro Jahr.
Bei einem Strompreis von 0,35 Euro je kWh entspricht dies:
17,52 kWh × 0,35 Euro/kWh = rund 6,13 Euro pro Jahr.
Hypothetischer Dauerbetrieb mit konstant 2 W. Das ist kein gemessener Wert eines bestimmten Speichers.
Prüfen Sie, ob der Hersteller einen Standbywert nennt und unter welchen Bedingungen er gilt.
Ein Gerät kann verschiedene Betriebszustände haben, etwa Bereitschaft, Laden oder Entladen.
Für die tatsächliche Jahresrechnung zählt die jeweilige Dauer.
Falls der Standbyverbrauch in einer angegebenen Systemeffizienz bereits enthalten ist, ziehen Sie ihn nicht nochmals vom Ergebnis ab.
Außerdem kann der Energiebedarf je nach System aus dem Netz oder aus dem Batteriespeicher gedeckt werden. Für die wirtschaftliche Bewertung müssen Sie wissen, woher die Energie tatsächlich stammt.
Der Solarspeicher Standby Verbrauch lässt sich somit nicht allein mit einem Wattwert bewerten.
Relevant sind auch die Stunden, in denen dieser Zustand tatsächlich vorliegt, sowie die nutzbare Energie, die der Speicher im Jahr bereitstellt.
Speicherverluste und Wirtschaftlichkeit: Was zählt wirklich?
Für die finanzielle Bewertung zählt nicht die theoretische Speicherkapazität allein.
Entscheidend ist, wie viel Energie tatsächlich Netzbezug ersetzt und wie oft der Speicher dafür genutzt werden kann.
Umwandlungsverluste und gegebenenfalls Standbyverbrauch reduzieren den nutzbaren Energieertrag.
Zusätzlich spielen Anschaffungskosten, Nutzkapazität, Ausgangsleistung, Alterung und saisonale Erzeugung eine Rolle.
Beispiel mit den Wattano-Rechenannahmen
Für einen vereinfachten Vergleich verwenden wir folgende Annahmen:
- Haushaltsstromverbrauch: 4.500 kWh pro Jahr
- Angenommener nutzbarer PV-Jahresertrag: 1.100 kWh
- Strompreis: 0,35 Euro je kWh
- Eigenverbrauchsquote ohne Speicher: 40 Prozent
- Eigenverbrauchsquote mit Speicher: 65 Prozent
Wichtig: Die Eigenverbrauchsquote bezieht sich auf die erzeugte Solarenergie, nicht auf den gesamten Haushaltsstromverbrauch.
Modellrechnung: Eigenverbrauch mit und ohne Speicher
Ohne Speicher:
1.100 kWh × 40 % = 440 kWh selbst genutzte Solarenergie.
440 kWh × 0,35 Euro/kWh = 154,00 Euro rechnerischer jährlicher Stromkostenwert.
Mit Speicher:
1.100 kWh × 65 % = 715 kWh selbst genutzte Solarenergie.
715 kWh × 0,35 Euro/kWh = 250,25 Euro rechnerischer jährlicher Stromkostenwert.
Zusätzliche modellierte Eigennutzung:
715 kWh minus 440 kWh = 275 kWh pro Jahr.
Zusätzlicher rechnerischer Bruttostromkostenwert:
275 kWh × 0,35 Euro/kWh = 96,25 Euro pro Jahr.
Diese Werte sind hypothetisch. Die angenommenen 715 kWh mit Speicher müssen als tatsächlich selbst nutzbare Energiemenge nach den in der Modellquote bereits berücksichtigten Verlusten verstanden werden. Nicht enthaltene zusätzliche Standbyverluste, der Speichermehrpreis und weitere Kosten reduzieren den wirtschaftlichen Nutzen.
Die Rechnung setzt außerdem voraus, dass der angenommene PV-Jahresertrag für das konkrete System technisch erreichbar ist.
Ein idealisierter Modulertrag von 1.100 kWh pro kWp und Jahr kann für unverschattete Südausrichtung mit 30 bis 35 Grad Neigung in Mitteldeutschland als Annahme dienen.
Er ist kein allgemeiner Balkonertrag.
Senkrechte Module, Ost- oder Westausrichtung, Verschattung und die Begrenzung der Wechselrichterleistung verändern das Ergebnis.
Eine installierte Modulleistung von 2.000 Wp ist nicht gleichbedeutend mit 2.000 W nutzbarer Ausgangsleistung.
Die Wp-Angabe bezeichnet die Modulnennleistung, VA die Wechselrichter-Scheinleistung und kWh eine Energiemenge.
Dieser Artikel behandelt technische Systemverluste und die Energiebilanz.
Die Gesamtkosten und Amortisationsdauer sind eine eigene Rechnung, die auch den Mehrpreis des Speichers berücksichtigen muss.
Ein Speicher kann die Amortisation gegenüber einer Anlage ohne Speicher verlängern.
Eine höhere Eigenverbrauchsquote allein beweist keine bessere Wirtschaftlichkeit.
Wie lassen sich Wirkungsgradangaben fair vergleichen?
Vergleichen Sie nur Werte, die dieselbe Strecke und möglichst ähnliche Bedingungen beschreiben.
Achten Sie auf folgende Punkte:
- Messgrenzen: Ist der Wert für den Akku allein oder für den gesamten Lade- und Entladeweg angegeben?
- Energieweg: Wird die Energie vom DC-Eingang bis zum DC-Ausgang oder bis zur nutzbaren AC-Seite betrachtet?
- Leistung: Bei welcher Lade- und Entladeleistung wurde gemessen? Entspricht das Ihrem typischen Betrieb?
- Standby: Ist der Bereitschaftsverbrauch im Gesamtwert enthalten oder separat ausgewiesen?
- Nutzbare Energie: Bezieht sich die Angabe auf die nutzbare Kapazität oder auf eine andere Bezugsgröße?
Eine einzelne Prozentzahl ohne diese Angaben ist nur eingeschränkt aussagekräftig.
Fragen Sie nach Datenblättern oder Prüfberichten und unterscheiden Sie Herstellerangaben von unabhängigen Messergebnissen.
Forschungsarbeiten der HTW Berlin können den Blick auf die Systemeffizienz erweitern.
Dabei sollten Sie dennoch prüfen, welche Geräte und Bedingungen untersucht wurden.
Der Begriff Stromspeicher Effizienz bündelt mehrere Fragen.
Für Ihre Entscheidung ist nicht automatisch der höchste Nennwert ausschlaggebend.
Ein System muss außerdem zu PV-Erzeugung, Verbrauchsprofil und benötigter Leistung passen.
Auch eine gute Round Trip Efficiency gleicht eine geringe Nutzung oder hohe Anschaffungskosten nicht von selbst aus.
Messpunkte und typische Fehler
Eine eigene Energiebilanz wird übersichtlicher, wenn Sie die Messpunkte festlegen.
Notieren Sie, wo die Ladeenergie erfasst wird, wo die Abgabe gemessen wird und ob der Wechselrichter dazugehört.
Vergleichen Sie anschließend beide Energiemengen über einen passenden Zeitraum.
Kurze Momentaufnahmen können schwanken und sind nicht automatisch repräsentativ für den Jahresbetrieb.
Häufige Rechenfehler lassen sich vermeiden:
- Einen Gesamtwirkungsgrad anwenden und danach Lade- sowie Entladewirkungsgrad nochmals abziehen.
- Eine AC-Angabe mit einer DC-Messung vergleichen, ohne den Umwandlungsweg zu berücksichtigen.
- Standbyverbrauch zusätzlich abziehen, obwohl er in der verwendeten Systemkennzahl schon enthalten ist.
- Die gesamte PV-Erzeugung als vermiedenen Netzbezug bewerten.
- Die Eigenverbrauchsquote auf den Haushaltsstromverbrauch statt auf die PV-Erzeugung beziehen.
- Eigenverbrauchsquote mit Autarkiegrad verwechseln.
- W, Wp, VA und kWh gleichsetzen.
Für Anlagen in Deutschland gilt: Unter den gesetzlichen Steckersolar-Sonderregelungen können bis zu 2.000 W installierte Modulleistung und insgesamt höchstens 800 VA Wechselrichterleistung je Entnahmestelle maßgeblich sein, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Eine bloße App-Drosselung eines stärkeren Wechselrichters erfüllt diese Anforderungen nicht automatisch.
Begünstigte Steckersolargeräte werden vereinfacht im Marktstammdatenregister registriert, ohne separate Netzbetreiberanmeldung.
Ortsfeste netzgekoppelte Batteriespeicher sind grundsätzlich ebenfalls zu registrieren. Die konkreten Pflichten können vom System abhängen.
Prüfen Sie den aktuellen Rechtsstand bei den zuständigen amtlichen Stellen.
Passende Wattano-Lösung
Welcher Speicher zu Ihrem Balkonkraftwerk passt, hängt nicht nur vom Wirkungsgrad ab.
Prüfen Sie Ihre verfügbare PV-Leistung, den Stromverbrauch tagsüber und am Abend, die gewünschte Ausgangsleistung sowie die Einbindung in Ihr vorhandenes System.
Achten Sie außerdem darauf, ob die veröffentlichte Effizienz den vollständigen Energieweg abbildet und wie der Standbybedarf ausgewiesen wird.
Bei Wattano finden Sie eine Übersicht zu Balkonkraftwerk-Speichern sowie Balkonkraftwerk-Komplettsets mit Speicher.
Wenn bereits Module oder ein kompatibles System vorhanden sind, können auch die angebotenen Einzelspeicher als Ausgangspunkt für die Auswahl dienen.
Welche Lösung technisch passt, sollten Sie anhand der aktuellen Produktunterlagen und der Kompatibilität mit Ihrer Anlage prüfen.
Bei Fragen zu Ihrem Aufbau können Sie sich persönlich an Wattano wenden.
Für die Bewertung eines konkreten Systems sind Angaben zu nutzbarer Kapazität, Lade- und Entladeleistung, Wirkungsgrad-Messgrenzen und Standbyverbrauch besonders hilfreich.
Eine Beratung ersetzt keine Prüfung einer unklaren Elektroinstallation. Arbeiten an der festen Elektroinstallation und ungeklärte Anschlussbedingungen sollten von einer Elektrofachkraft beurteilt werden.
Effizienten Speicher für Ihr Balkonkraftwerk finden
Vergleichen Sie nicht nur die angegebene Speicherkapazität, sondern auch den tatsächlichen Energiebedarf, den Wirkungsgrad und die Systemkompatibilität.
Fazit
Speicherverluste lassen sich realistisch berechnen, wenn Sie den gesamten Energieweg und die Messgrenzen kennen.
Für eine erste Orientierung können Sie die nutzbare Energie mit dem angegebenen Gesamtwirkungsgrad bestimmen und den Standbyverbrauch separat berechnen, sofern er nicht bereits enthalten ist.
Ziehen Sie Lade- und Entladeverluste niemals doppelt ab.
Für Ihre Entscheidung zählt anschließend, wie oft der Speicher tatsächlich Netzstrom ersetzt.
Prüfen Sie deshalb neben der Effizienz auch Verbrauchszeiten, Leistung, PV-Ertrag und Kosten.
Die Rechnung bleibt eine Schätzung, bis sie mit den Daten Ihres konkreten Systems und Ihres Haushalts abgeglichen ist.
Häufige Fragen
Wie viel Speicherverlust ist normal?
Einen pauschalen Normalwert für alle Geräte gibt es nicht. Verluste hängen vom Speicher, der Leistung, dem Energieweg und den Betriebsbedingungen ab. Vergleichen Sie daher Angaben mit identischen Messgrenzen und prüfen Sie, ob sie den Wechselrichter einschließen.
Wie berechne ich den Wirkungsgrad eines Speichers?
Teilen Sie die nutzbare abgegebene Energie durch die zugeführte Ladeenergie. Wenn beispielsweise 1,0 kWh hineingehen und 0,85 kWh nutzbar zurückkommen, beträgt der angenommene Gesamtwirkungsgrad 85 Prozent. Beide Werte müssen sich auf denselben Prozess und passende Messpunkte beziehen.
Muss ich Standby zusätzlich vom Wirkungsgrad abziehen?
Nur, wenn der Standbyverbrauch nicht bereits in der verwendeten Gesamtkennzahl oder Energiebilanz enthalten ist. Für eine Jahresabschätzung multiplizieren Sie die Leistungsaufnahme in W mit den Betriebsstunden und teilen durch 1.000. Verwenden Sie für reale Geräte die jeweiligen Herstellerangaben.
Macht ein Speicher meine Eigenverbrauchsquote zum Autarkiegrad?
Nein. Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms im Haushalt genutzt wird. Der Autarkiegrad gibt an, welcher Anteil des Haushaltsstrombedarfs durch die eigene Erzeugung gedeckt wird. Die Bezugsgrößen sind verschieden.
Ist ein Wirkungsgrad von 85 Prozent für jeden Balkonkraftwerk-Speicher realistisch?
85 Prozent sind hier eine ausdrücklich hypothetische Rechenannahme, keine Aussage über alle Produkte. Ob ein bestimmter Wert realistisch ist, lässt sich nur anhand aktueller Daten zum Gerät, Messpunkt und Betriebszustand beurteilen.
Quellen
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2026
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektor
- Bundesnetzagentur: Steckersolargeräte
- Bundesnetzagentur: Marktstammdatenregister
Für konkrete Werte zu Lade- und Entladewirkungsgraden, Standbyverbrauch und nutzbarer Kapazität sind die aktuellen Herstellerunterlagen des jeweiligen Speichers maßgeblich.
Redaktion: Wattano. Stand: Oktober 2026. Die Rechenbeispiele mit 85 Prozent Wirkungsgrad, 2 W Standbyverbrauch und 0,35 Euro/kWh Strompreis sind ausdrücklich vereinfachte Modellannahmen. Tatsächliche Verluste, nutzbare Energiemengen und Einsparungen sind produkt- und nutzungsabhängig.




